Lange Zeit wurde bei der Frage nach dem passenden Schulranzen-Gewicht auf die 10% Regel verwiesen. Das Gewicht des Schulranzens solle 10% des Körpergewichtes des Kindes nicht überschreiten, hieß es damals von TÜV und Krankenkassen.

Dieser Richtwert stammt aus dem ersten Weltkrieg. Damals war man der Meinung, wenn der Tornister des Rekruten bei einem 20 km Marsch nicht 10% seines Körpergewichts überschreite, trüge er nicht zur Ermüdung bei.

Ob diese 10% zu viel oder zu wenig sind, ist umstritten. Die Regel wurde jedoch aus der DIN Norm gestrichen. Es gibt Experten, die der Meinung sind, dass ein schwerer Schulranzen dazu beiträgt, dass die Muskulatur des Kindes gestärkt wird. In einem Forschungsprojekt der Uni Saarland wurde festgestellt, dass Kinder auf ihrem Schulweg nicht erheblich ermüden, wenn ihr Schulranzen ein Drittel ihres Körpergewichts wiegt. Dagegen sprechen jedoch die Aussagen zahlreicher Kinder, die über Rückenschmerzen in Zusammenhang mit ihrem Schulranzen klagen.

Die Kinderkommission des deutschen Bundestages hat eine genaue Tabelle erstellt, welches Schulranzen-Gewicht bei welchem Körpergewicht angemessen ist. In Prozent ausgedrückt, schwanken die Werte zwischen 12 und 15 Prozent. Hier kommen Sie zu den leichten Schulranzen.

Wie schwer darf ein Schulranzen sein? – Leergewicht

Der TÜV empfiehlt heute ein Leergewicht zwischen 1000 und 1300 g

Der TÜV empfiehlt heute ein Leergewicht zwischen 1000 und 1300g. Als Grund dafür, dass der Schulranzen nicht leichter als 1000g sein sollte, nennen sie die Instabilität, die ein solches Modell mit sich bringt. Wir halten diesen Richtwert für sinnvoll, jedoch kannte der TÜV wahrscheinlich nicht das Fliegengewicht XS der Marke DerDieDas.

Natürlich darf man bei all den Richtwerten nicht vergessen, dass jedes Kind anders ist. Richtwerte sind gut, um eine Relation zu schaffen. Jedoch kann ein schwereres Kind nicht unbedingt mehr Gewicht aushalten als ein leichteres Kind, da das Körpergewicht nicht nur mit der Muskulatur zusammen hängt.

Wenn Sie ein Schulranzen einer gängigen Marke kaufen – wie sie in unserem Schulranzen Test gelistet sind – gehen Sie wenig Risiko ein, dass der Schulranzen an sich zu schwer ist.

Das Gewicht ist abhängig vom Inhalt

Das letztendliche Gewicht des Schulranzens ist abhängig von seinem Inhalt. Über den Inhalt können Sie starken Einfluss darauf nehmen, wie anstrengend der Schulweg für Ihr Kind wird. Laut Kinderkommission des deutschen Bundestages klagen mehr als die Hälfte der Schulkinder über Rückenschmerzen. Diese seien auf das Gewicht der Schulranzen zurückzuführen. Dadurch sahen sie sich veranlasst, ein Merkblatt zu verfassen, das den Eltern eine Hilfe darstellt, das Gewicht des Schulranzens möglichst gering zu halten. Folgende Tipps wurden in diesem Merkblatt aufgelistet.

  • Nur das einpacken, das für den Schulalltag notwendig ist – Pausenbrot, Schulmaterial
  • Keine Bücher einpacken, die am jeweiligen Tag nicht benötigt werden
  • Je nach Schulpolitik, können Bücher mit Sitznachbarn geteilt werden
  • Schwere und große Bücher gehören nah am Rücken platziert
  • Eine gleichmäßige Verteilung (Links-Rechts) des Gewichts entlastet die Wirbelsäule
  • Der Schulranzen soll auf dem Rücken getragen werden
  • Die Schultergurte müssen so straff sein, dass der Schulranzen in der Höhe mit den Schultern abschließt
  • Schulmaterial soll wenn möglich in der Schule deponiert werden
  • Lehrer sollen ankündigen, falls Bücher im nächsten Unterricht benötigt werden
  • Vermehrte Doppelstunden tragen zu weniger Schulmaterial bei

Schulranzen: Früher und heute

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